Mit so vieler Reichhaltigkeit repräsentiert das dreizehnminutige Lied das ganze neue Album von der deutschen Band The Ocean in sich und berechtigt sogar seine ganze Existenz. So viele geduldige Gradation gibt es in dem Track, bis es in den letzten Minuten fast explodiert. "The world we know will go down in flames," hört man, als die Prog-Metal-Atmosphäre unerwartet von Trance-Synths gebaut wird.
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Samstag, 7. November 2020
Sonntag, 11. Oktober 2020
Track des Monats: Slikback - AKI
Es ist witzig, dass diese Platte von dem Herausgeber Pan Records als "club-focused" beschrieben wird, denn sie enthält eher Club-Musik für die Welt, in der es schon keine Clubs mehr gibt. Der harscher Regen von Beats deutet eine menschenfeindliche Maschine an, die am Ende des Tracks kollabiert, als sie verlangsamt wird. Und inzwischen kann man natürlich die afrikanischen Wurzeln von Slikback hören.
Samstag, 11. April 2020
Top 10 Filme 2019
Wozu sonst soll man die ersten Monate des Jahres nutzen, als Filme von dem vergangenen Jahr nachzuholen? Es kann jetzt eine neue Tradition für mich werden, die Liste der besten Filme erst im April zu veröffentlichen. Am ersten Platz der Werke, die mich beeindruckt haben, steht die emotionale Achterbahnfahrt namens Systemsprenger.
1. Systemsprenger (Reg. Nora Fingscheidt)
2. Nuestro tiempo (Reg. Carlos Reygadas)
3. Parasite (Reg. Bong Joon Ho)
4. Midsommar (Reg. Ari Aster)
5. The Lighthouse (Reg. Robert Eggers)
6. Les Misérables (Reg. Ladj Ly)
7. Monos (Reg. Alejandro Landes)
8. Once Upon a Time in Hollywood (Reg. Quentin Tarantino)
9. Honeyland (Reg. Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov)
10. Portrait de la jeune fille en feu (Reg. Céline Sciamma)
Ehrenerwähnungen: In Fabric, Knives Out
Sonntag, 12. Mai 2019
Anifilm 2019: In der Stadt Marwen sind keine Deutschen willkommen
Obwohl ich bei Anifilm keine deutschen Filme sah, spielte dort die deutsche Kultur oft die traditionellen Nebenrollen. Am häufigsten konnte man das falsch ausgesprochene Deutsch in dem neuen Drama von Robert Zemeckis hören.
"Welcome to Marwen" beginnt mit einer Kampfszene aus dem Zweiten Weltkrieg, gespeilt mit Plastikpuppen. Die Nazis sind dementsprechend grotesk dargestellt, pervers erfreut, dass sie einen amerikanischen Pilot erschießen konnen. Auch der Held selbst geht direkt zu der ersten Anlaufstelle der Abwertung, nennt alle Deutschen "Fritz," und wenn die entwaffnet werden sollen, werden sie gebeten, den Hitlergruß mit beiden Händen zu machen.
Wenn eine Nebenfigur später in der Handlung die Deutschen verarschen will, schreit sie aus dem Nichts die fünf Sätze aus, die jeder kennt (Guten Tag. Sprechen Sie Deutsch? usw.). Die rudimentären Konversationsformeln werden von dem amerikanischen Macho natürlich so hässlich ausgesprochen, wie der Name des Malers Sandro "Buddy-celli" in einem anderem Film vom diesjährigen Wettbewerb.
Sobald sich man aber an die skurrile Darstellung der Krieg anhand "Barbie & Ken" gewöhnt, ändert der Regisseur Robert Zemeckis die Laune und fängt an, die Story von dem mit den Puppen spielenden Mann zu erzählen. Plötzlich ist das kein "Team America" mehr, sondern eine Geschichte vom Angst, Schmerz, Hass und Verlust.
Mark Hogencamp (die Hauptfigur, die in den gegenwärtigen Vereinigten Staaten lebt) wurde vor ein paar Jahren von einer Gruppe Rowdys fast umgebracht. Seitdem schließt er sich geistlich in die Welt von Puppen, damit er dort sein Leben gefahrlos fortsetzen könnte, inklusive einer Rache gegen Gewalt und Erfüllung seiner Liebesbedürfnisse. In der realen Welt wird Mark unter Druck gesetzt, wenn er die Täter vor Gericht konfrontieren soll, in seiner Stadt von Miniaturen erlebt er eine anders unwahrscheinliche Affäre mit seiner neuen Nachbarin.
Das Happy-End ist zu erwarten, aber die tragischen Aspekte von Marks Seele, die sich in seinem Benehmen ständig zeigen, machen diesen Film bemerkenswert.
Samstag, 2. Februar 2019
Berlinale: Blick auf die Filme von dem letzten Jahr (Teil 2)
Der polnische Film "Twarz" (Gewinner von Jury Grand Prix am Berlinale 2018) ist ausgezeichnet, er ist so gut, dass er in meinen bald kommenden Top 5 von 2018 fast reinpassen konnte. Es gibt hier eine unglückliche Liebesgeschichte, daneben lachen wir auch über die römisch-katholischen Aberglauben, die saufende Unterschicht und hauptsächlich über die Musik von Gigi d'Agostino. Dazu ist die visuelle Seite des Films sehr originell gemacht.
Zum "Utoya 22. Juli" gibt es schon ein amerikanisches Pendant. Es gibt also schon zwei Verfilmungen von dem Massaker auf der Insel Utoya, die norwegische Version hatte merkwürdige Augenblicke, letzendlich war sie aber ein bisschen eintönig. Trotzdem ein guter Versuch die Geschichte in der dokumentarischen Art und Weise zu zeigen.
Unter den deutschen Filmen in dem Berlinale Wettbewerb steht ein Titel aus, und zwar "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot." Leider ist das nur der Titel, der die Aufmerksamkeit fängt, sonst konnte sich das Stück über fast keine Resonanz in der Presse freuen. Ich kenne persönlich nur einen Robert und er ist völlig in Ordnung.
Samstag, 26. Januar 2019
Berlinale: Blick auf die Filme von dem leztzen Jahr (Teil 1)
Der nächste Jahrgang von Berlinale kommt schon bald, es ist also eine gute Zeit die Filme von dem Wettbewerb 2018 zu rekapitulieren. Auch diesmal habe ich seit dem Fest ein paar Filme von der offiziellen Auswahl gesehen.
Der erste Film von Berlinale, den ich danach in einem Prager Kino sah, war "Isle of Dogs" von Wes Anderson. Es handelt sich um einen Trickfilm für Kinder, ich bin also nicht die genaue Zielgruppe für dieses Stück. Ich habe den Film trotzdem einigermaßen gemocht. Anderson kann noch sehr gute Filme drehen, gepackt mit vielen witzigen Ideen.
Der Hauptpreis-Gewinner "Touch Me Not" soll anstrengend sein. Ich versuchte ihn heute zu Hause anzusehen, in den ersten zwei Minuten sah ich eine langsahme und kalte Aufnahme von einem Geschlechtsorgan, dann kam ein beunruhigender Soundtrack von extatischen Schreien und dann kam mein Kind ins Zimmer und ich musste vortäuschen, dass ich gerade meine E-Mails lese. Als ich die nächste zweiminütige Pause hatte, sah ich ein paar weiteren zufällig gewählten Szenen und die sahen noch schlimmer aus.
Weitere Filme werden hier in zweitem Teil meiner Zusammenfassung am nächsten Wochenende beschrieben.
Samstag, 8. Dezember 2018
Prager Theaterfestival: Fast unendlicher Spaß (wie immer)
Ich habe drei Stücke aus dem Programm diesjähriges deutschsprachiges Theaterfestes gesehen und alle drei habe ich gut gewählt. Keine von den Vorstellungen war so gut wie die Hochpunkte von den vorherigen Jahren, aber bei allen war ich mit meiner Entscheidung sehr zufrieden. Obwohl das Thema dieses Jahrgangs war "Schluss mit lustig," das beste von mir gesehene Stück heißt "Unendlicher Spaß." Ich habe schon umsonst versucht, das Stück zu Leuten zu beschreiben, aber je postmoderner ein Kunstwerk ist, desto schwieriger es ist, seine Botschaft und sein Inhalt zu vermitteln. Aber es war sehr gut und die Schauspielerei war auf einem extrem hohen Niveau. Und der Spaß war auch dabei, obwohl meistens ziemlich makaber.
Samstag, 20. Oktober 2018
Amnesia Scanner: Die "Feuerstarter" für dieses Jahrzehnt?
Das Debutalbum Another Life von Amnesia Scanner, das kürzlich auf dem Berliner Label PAN erschienen ist, ist kaum zu überhören. Die Tracks von Amnesia Scanner sind aggresiv, provokant, stylistich verschieden und immer mit ausgeprägten Videos auf Youtube begleitet. Sind sie die neuen Prodigy? Sind sie auch live so gut? Es gab schon viele Gelegenheiten Amnesia Scanner in Tschechien live zu sehen, leider habe ich sie aber jedes mal verpasst. Die Lieder auf Youtube höre ich aber oft zu, hier gibt es z.B. den hervorragenden Track Chaos.
Dienstag, 21. August 2018
Rødhåd schlägt direkt auf den Amboss
Die neu erschienene Kompilation Modeselektion Vol.4 bietet viele gute Techno Tracks, die manchmal auch ganz innovativ klingen. Das bezieht sich z.B. auf die Kompositionen von Peder Mannerfelt und auch auf das Stück "Blacksmith" von dem Berliner DJ Rødhåd. Die industriellen Samples darin klingen wie gerade aus der Schmiede und die Spannung kann man sehr heftig spüren. Hier ist das Lied auf Youtube.
Sonntag, 17. Juni 2018
Eiskalter Soundtrack auf Denovali Records
Nanook of the North ist ein Film, von den viele Kenner der Filmgeschichte einst gehört haben, den aber nicht so viele Leute tatsächlich sahen. Es handelt sich um einen Stummdokumentarfilm über die Inuitbevölkerung in Grönland, was eigentlich kein allgemein populäres Thema ist. Nichtsdestotrotz gibt es auch heute Künstler, die sich an diese Dokumentation aus den Zwanzigern erinnern, z.B. Stefan Wesolowski und Piotr Kalinski. Die haben letzlich ein gemeinsames musikalisches Projekt namens Nanook of the North zusammengebastelt und eine schöne Musikbegleitung zu dem tonlosen Film geliefert. Sie klingt ein bisschen wie die Soundtracks von Trent Reznor und Atticus Ross, erschien auf dem deutschen Label Denovali und hier gibt es eine Komposition davon.
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Sonntag, 27. Mai 2018
Sind die Kassetten nur Relikte der Vergangenheit?
Ich bin ein Kassetten-Enthusiast, zumindest passt das zu meinem Alter. Als ich in der ersten Hälfte der Neunziger angefangen habe, Musik zu hören, waren die Kassetten noch eine ganz aktuelle Sache und ich halte sie auch heute für ein sympatisches Format. Ich habe noch viele alten Kassetten zu Hause (und noch vieler habe ich schon rausgeworfen) und ab und zu kaufe ich ein neues Stück in meine Sammlung. Zum letzten Mal kaufte ich eine Kasseten-Single, die nur auf Konzerten von der Band Alvvays erhältlich war. Insgesamt sind das sechs Minuten Musik, verteilt zwischen Seite A und B, sehr praktisch.
In der Welt von Kassetten kann man heutzutage sehr abgefahrene Dinge finden. Die Kassetten können auch in den Mengen von 20 oder 30 Stück erscheinen, auf völlig unkommerzieler Basis, dann wird mit dem Format sehr experimentiert. Letzlich habe ich über die letzte Kassette von dem Berliner Projekt MYMK gelesen. Der Tonträger ist nicht in Plastik, sondern in Beton gepackt. Das Musiklabel SØVN empfielht einen Hammer zu benutzen, damit man die Musik hören kann (das Internet ist natürlich eine andere Option). Der ganze Betonblock sieht total cool aus, hier sind die Bilder und weitere Infos dazu.
Dienstag, 8. Mai 2018
STILL gebucht für Creepy Teepee 2018
Die Namen von ersten Musikern für das Creepy Teepee Festival wurden angekündigt und dabei ist auch der ganz großartige Künstler STILL. Seine letzte Platte, die in dem letzten Jahr auf dem Berliner Label PAN erschienen ist, bietet seine moderne Ansichten auf die Musik von Jamaica und Afrika und das schätze ich sehr. Hier gibt es ein Lied davon.
Interessanterweise spielte STILL schon auf Creepy Teepee 2013 und das war auch der letzte Jahrgang, bei dem ich auch da war. STILL trat damals unter seinem ehemaligen Pseudonym Dracula Lewis auf. Wenn ihr diesen Clip gut beobachtet, würdet ihr auch mich unter den Tanzenden entdecken.
Samstag, 7. April 2018
Die neue Platte von Mouse on Mars kommt bald
Mouse on Mars, die Kultfiguren der deutschen elektronischen Musik, haben ein neues Album aufgenommen, die schon nächste Woche erscheinen soll. Die neue Platte heißt "Dimensional People" und man kann schon das Titellied davon auf Youtube verwundern. Die Stimme von Justin Vernon (aus Bon Iver) wurde hier bearbeitet und zu meinen Ohren klingt sie in dieser experimentellen Umgebung ein bisschen leichter zu ertragen als bei den normalen Bon Iver Songs.
Mouse on Mars haben aber in der Vergangenheit auch rhythmische Musik geschafft, die mehr für die Clubs geeignet ist. Das beste Beispiel davon ist meiner Meinung nach der Track "They Know Your Name," zu dem auch ein großartiges Video gedreht wurde.
Sonntag, 11. Februar 2018
Helle Nächte konnten auch heller sein
Berlinale 2018 fängt schon in ein paar Tagen an und das Programm enthält viele ungeduldig erwartete Erstaufführungen, z.B. den neuen Animationsfilm "Isle of Dogs" von Wes Anderson. Jetzt ist eine gute Zeit nachzudenken, welche Filme von dem Berlinale Wettbewerb 2017 ich mittlerweile sah. Den komischen Retro-Film "Toivon tuolla puolen" schätze ich so hoch, dass ich ihn im Januar zu meinem Top 5 aufgehoben habe, während "Alone on the Beach at Night" sehr nett, aber auch ziemlich vergessbar war. Dann sah ich "Helle Nächte," die von dem Berliner Filmemacher Thomas Arslan gedreht wurden.
"Helle Nächte" ist also ein deutschsprachiger Film, aber man spricht da mal nicht so häufig. Es ist eine Geschichte über das Schweigen, zerstörte Beziehungen und verlorene Jahre. Ein Mann reist durch Norwegen mit seinem entfremdeten Sohn, der schon lange nur mit seiner Mutter lebt, und versucht ihm zu erstatten, was alles er während der letzten fünfzehn Jahre falsch machte. Oder zumindest versucht er ihn zum Reden zu bringen.
Schon am Anfang, also vor der Reise merkt man, dass der alte Mann generell unfähig ist, normale Beziehungen mit Menschen zu haben, und dieser Roadtrip stellt für ihn vielleicht eine Chance dar, eine neue Freundschaft mit dem eigenen Sohn zu entwickeln. Leider sieht man fast nie, was sich in den beiden stummen Köpfen abspielt, was die Handlung ein bisschen unklar macht. Man beobachtet, wie sich der Junge mit dem alten Kerl langweilt und plötzlich fühlt sich man ebenso. Letztendlich ist die wunderschöne norwegische Natur das Einzige, was diesen Film über den Durschschnitt hebt.
Sonntag, 26. November 2017
Die Saison des deutschen Theaters in Prag ist wieder da
Auf welche tschechischen Künstler kann man auf der internationalen Skala stolz sein? Ich hätte einen Tipp. Der Regisseur Dušan David Pařízek hat gestern das in Hannover uraufgeführte Stück "Macht und Widerstand" als Gastspiel in Prag vorgestellt. Es handelt sich um eine sehr ernste Geschichte von der Staatssicherheit Bulgariens und von Leuten in ihrem Fadenkreuz. Welche Version der Wahrheit kann entdeckt werden und was für Hindernisse stehen auch heute in Weg, auch solche Themen sind hier präsent. Meiner Meinung nach war diese Bühnenfassung eines modernen Romans großartig und durchaus wirkungsvoll. Ich habe schon ungefähr zehn Stücke Pařízeks gesehen und ich halte ihn für einen echten Stern europäisches Theaters.
Sonntag, 17. September 2017
Kein Wein getrunken während des Prager Weinlesefests
Gestern hat das berühmte Oktoberfest in München angefangen und in Prag gab es gleichzeitig eine sehr kleinere Veranstaltung - das Prager Weinlesefest (Pražské vinobraní). Ein Paulaner Stand mit dem offiziellen Oktoberfestbier gab es aber auch dabei, deshalb habe ich auf Wein total verzichtet und beschätigte mich nur mit dem Bier. Der Preis wurde glücklicherweise zu den tschechischen Umständen angepasst, man hat nur 4,70 Euro pro Liter bezahlt, was ziemlich angenehm war. Die Atmosphäre war auch sehr freundlich und wir schafften es fast, wegzugehen, bevor das musikalische Begleitprogramm völlig unerträglich wurde.
Sonntag, 10. September 2017
"Getting rich" in Berlin
Letzlich hatte ich eine lustige Erfahrung bezüglich Verbindungen zwischen der deutschen und englischen Sprache, die ich hier erwähnen möchte. Es gibt heutzutage nicht viele Menschen, die sich noch an den amerikanischen Rapper 50 Cent und sein sogenanntes Meisterwerk "Get rich or die tryin" erinnern können. Ich bin ein von diesen Rap-Kennern, denn ich hatte die Ehre Kritiken über Rap-Platten für tschechische Zeitungen zu schreiben, als 50 Cent noch berühmt war. Jetzt habe ich festgestellt, dass es ein Stück in dem Maxim-Gorki-Theater in Berlin gibt, das einen komischen und ganz "fünfzigzentigen" Namen trägt: "Get deutsch or die tryin."
"Getting deutsch" ist eigentlich etwas, was ich schon seit Sommer 2016 versuche - für mich heißt das die Sprache sehr gut zu beherrschen. Ich habe die Handlung des Berliner Theaterspiels nicht ausführlich studiert, aber grundsätzlich soll "Getting deutsch" für die türkischen Personen dort eine Einbürgerung bedeuten. Letzendlich vorstellt die künftige deutsche Staatsangehörigkeit einen Zugang zu westeuropäischem Lebensniveau und Sozialhilfe, anders gesagt "Getting rich," deshalb wurde der Titel so gut gewählt.
Bei 50 Cent handelte es sich um einen öffentlich geäußerten Wunsch - der Rapper möchte reich werden und die Öffentlichkeit soll ihm helfen, dieses Ziel zu erreichen, also die so frech genannte Platte zu kaufen. Ob die Türken im Maxim-Gorki-Theater auch mit der Hilfe der deutschen Bürger rechnen können, bin ich mich nicht sicher, aber ja, ich habe das Stück nicht gesehen.
Samstag, 29. Juli 2017
Die große Ausstellung von Gerhard Richter
Sowie viele andere Musik-Fans habe ich das erste Bild von dem deutschen Maler Gerhard Richter auf der legendären Platte "Daydream Nation" von Sonic Youth gesehen. Ein Bild von Richters Kerze-Serie kann man auch bei seiner Prager Ausstellung sehen, aber es gibt auch eine große Menge von weiteren Themen und Stils. Richter war während mehreren Jahrzehnten sehr aktiv mit photorealistischem Malen, aber hat auch viele abstrakte Bilder geschafft und hat sich mit Konzeptualismus beschäftigt. Mein Lieblingsteil von der aktuellen Ausstellung war aber ein Auswahl von seinen Landschaftsbilder, wie z.B. das "See-See" Panorama.
Samstag, 15. Juli 2017
Eine kritische Beobachtung: Sergei Loznica filmt die Touristen in Sachsenhausen
Vor einer Woche bin ich von dem internationalem Filmfestival Karlovy Vary zurückgekommen. Ein von meinen größten Erlebnissen war Austerlitz, der neueste Dokumentarfilm von dem in Berlin lebenden Filmemacher Sergei Loznica. Sergei hat seine Kamera in das KZ Sachsenhausen genommen, viele Stunden von Material gesammelt und das Ergebnis davon ist ein kompromissloser Blick auf die Tausende von Touristen, die an jedem Tag diesen historischen Ort besuchen.
Zu seinen kunstvoll gestalteten schwarzweißen "tableaux vivants" bietet der Regisseur kein Kommentar, aber man kann den Film leicht interpretieren. Das Leben als eine unendliche Reihe von Selfies und Faszination von dem Tod statt Aufklärung sind die Hauptsachen, die der Filmemacher thematisiert. Im ganzen gesehen war Austerlitz viel besser als der spanische Film, der den Dokumentarpreis in Karlovy Vary gewonnen hat.
Sonntag, 18. Juni 2017
Sensationelle Entdeckung: Tresor Records existiert noch
Im März habe ich hier kurz erwähnt, dass ich nach Krakow fahren sollte. Als ich dort war, habe ich in einem Plattenladen eine ziemlich überraschende Tatsache festgestellt: Es gibt noch Tresor Records. Das im Jahre 1991 gegründete Berliner Techno-Label ist auch heute aktiv und veröffentlicht fast zehn Schallplatten pro Jahr. Man kann auf der diesjährigen Kompilation "Dreamy Harbor" hören, dass Tresor immer noch sehr gute Technotracks herausgibt, sowie tapfere Experimente.
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